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Bisher
haben wir uns mit der reellen und physischen Welt auseinandergesetzt.
Dies hat sich gründlich verändert, seit wir mit
dem Internet in die virtuelle und künstliche Welt eingestiegen
sind. Internetgebrauch ist längst ein weltumspannendes
Phänomen, das nicht an Landesgrenzen gebunden ist. Jede
Benützung des Internet hinterlässt ihre Spuren.
Neben den eigentlichen Misshandlungen leiden Kinder auch physisch
und psychisch an der ewigen Zeugenschaft der Bilder. Es gibt
aber auch Spuren, die es erlauben, dem kriminellen Milliardengeschäft
einen Riegel zu schieben. Zur Verfolgung der Täter und
zum Schutz der Opfer brauchen wir ein verpflichtendes Massnahmenpaket
auf verschiedenen Ebenen.
Oberste
Priorität hat der Schutz der Kinder. Deshalb fordern
wir:
- Die
Politik im Bereich Kinderpornografie muss rasch handeln
und dem Bund die Ermittlungs-und Strafkompetenzen übertragen.
Die Kompetenzen dürfen nicht im föderalen Netz
hin-und hergeschoben werden.
- Es
müssen genügend personelle und finanzielle Ressourcen
bereitgestellt werden. Die Polizei muss auch anlassunabhängig
ermitteln. Die Verfahren müssen prioritär behandelt
werden.
- Die
Forschung im Bereich der Kinderpornografie ist wie in anderen
Ländern auch in der Schweiz zu initieren und zu finanzieren.
- Präventive
Massnahmen wie landesweite Öffentlichkeitskampagnen,
Beratungsstellen für Betroffene sowie Hotlines für
aussteigewillige Täter.
- Sämtliche
Gesetzesentwürfe sind auf ihre Tauglichkeit zur Bekämpfung
der Internetkriminalität zu überprüfen.
- Die
Kinder, Opfer der Internetpornografie, müssen mit aller
Sorgfalt identifiziert und unterstützt werden. Zudem
muss das Opferhilfegesetz internationalisiert werden.
- Technische
Massnahmen sollen den Zugang zur Kinderpornografie im Internet
verunmöglichen oder zumindest erschweren. Ein Ehrenkodex
soll Provider dazu verpflichten, strafrechtlich relevante
Inhalte zurückzuweisen. Anderfalls sind neben Produzenten
und Konsumenten auch die Provider zu bestrafen.
Nur dieses
Bündel von Massnahmen kann verhindern, dass die Internetkriminalität
weiterhin Kinder zu lebenslänglichen Opfern von Misshandlung
und sexueller Ausbeutung macht. Dazu ist die institutionalisierte
Zusammenarbeit zwischen staatlichen Organen, NGO und Wirtschaft
notwendig.
Kontaktadressen:
Ruth-Gaby
Vermot, Vorstand Ecpat Schweiz, 079.345 58 18
Andreas Brunner, Präsident Ecpat Schweiz, 079.407 75
40
Kathrin Hartmann, Geschäftsleiterin Ecpat Schweiz, 078.812
48 45
Felix Wettstein, Präsident Kinderlobby Schweiz, 062.
296 52 08
Balsthal,
14.Juni 2002
Aus der
Website der ECPAT-Switzerland
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