Bremen (ddp). Im Fall des im Oktober tot aufgefundenen zweijährigen Kevin aus Bremen sind weitere Hinweise auf ein massives Behördenversagen ans Licht gekommen. Wie aus dem von der Staatsanwaltschaft vorgestellten abschließenden gerichtsmedizinischen Gutachten hervorgeht, hatte die Leiche des Jungen über fünf Monate im Kühlschrank in der Wohnung seines drogenabhängigen Ziehvaters gelegen. Der Junge sei an den Folgen schwerster Verletzungen aufgrund «mutwilliger schwerer Kindesmisshandlung» gestorben, hieß es. Kevin hatte nach dem Tod der Mutter unter der Vormundschaft des Jugendamtes gestanden. Politiker in Bremen reagierten bestürzt.
Zugleich wurde bekannt, dass der behandelnde Arzt, der den Ziehvater in einem Methadon-Programm betreute, wegen falscher Angaben die Ermittlungen behindert hat. Bisher war davon ausgegangen worden, dass Kevin im Juli starb, weil aus den Unterlagen des Arztes hervorging, dass er Kevin am 5. Juli untersucht habe.
Nun habe sich herausgestellt, dass der Arzt falsche Angaben und damit falsche Abrechnungen hinsichtlich der Medikamentenausgabe gemacht habe, sagte der Leiter des Ermittlungsverfahrens, Daniel Heinke. Den schriftlichen Eintrag habe der Arzt in einer mündlichen Vernehmung revidiert. «Wir ermitteln gegen den Arzt daher wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz», sagte der Staatsanwalt. Ein Sprecher der Bremer Ärztekammer wollte sich auf ddp-Anfrage unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Fall äußern.
«In Verbindung mit den Ergebnissen der laufenden Ermittlungenmüssen wir davon ausgehen, dass der Todeszeitpunkt zwischen Ende April und Anfang Mai liegt», sagte Heinke. Der genaue Todeszeitpunkt könne allerdings nicht ermittelt werden. Die Ursache für Kevins Tod seien mehrfache Knochenbrüche an Armen, Beinen und am Kopf sowie ein daraus folgendes Lungenversagen.
Sobald die psychische Schuldfähigkeit des Ziehvaters feststehe, werde die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags oder gegebenenfalls Mordes erheben, hieß es. Bernd K. befindet sich in geschlossenem psychiatrischem Gewahrsam und schweigt zu den Vorwürfen.
Der Obduktionsbericht legt aus Sicht des Bremer Bürgermeisters Jens Böhrnsen (SPD) das Versagen der Sozialbehörde in aller Deutlichkeit offen. «Das Gutachten hält uns vor Augen, wie groß das Versagen seitens des Staates tatsächlich ist», sagte er. Er verstehe es bis heute nicht, wieso im Fall Kevin entsprechenden Hinweisen nicht nachgegangen worden sei.
Die Bremer Grünen forderten die Einführung von Kontrollen des Jugendamtes. «Es muss in regelmäßigen Abständen stichprobenartig geschaut werden, wie die Sachbearbeiter mit den Fällen umgehen», sagte der Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Klaus Möhle. Er sei «komplett entsetzt, wie der Junge zu Tode gequält wurde».
Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) sagte, das Gutachten unterstreiche den Handlungsbedarf im Sozialressort. Notwendig sei eine größere Nähe zwischen den Kindern und den Mitarbeitern der Behörde.
05.01.2007 Sab
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Le petit Kevin, mort suite à de graves maltraitances (moults fractures des membres et du crâne et un grave dysfonctionnement des poumons) de la part de son beau-père, Bernd K., est resté 5 mois dans un congélateur après sa mort. L'enfant était un pupille du service des tutelles depuis la mort de sa mère, toxicodépendante.
Un service des tutelles fortement critiqué, d'ailleurs et les Verts de Brême demandent l'instauration de contrôles des Jugenndämter (SEJ ou SPJ chez nous)
Le beau-père de l'enfant est suivi par un médecin qui a falsifié des documents concernant son patient et son fils, ce qui va entraîner sa poursuite par la justice. Quant au beau-père, qui gade le silence face aux reproches formuléés, il se trouve en clinique psychiatrique surveillée en attendant son expertise psyxhiatrique qui devrait déterminer son degré de responsabilité.
Trad. de FREDI |