Dernière mise à jour : 30/03/2006


Im Kölner Entführungsfall drohten Täter mit dem Tod des Kindes/
Les auteurs du rapt d'enfants de Cologne ont même menacé de tuer l'enfant

 



Köln (ddp). Bei der Entführung eines Kleinkindes in Köln haben die Täter auch mit der Ermordung des zweieinhalbjährigen Jungen gedroht. Damit wollten die drei mutmaßlichen Haupttäter ihrer Forderung nach 1,5 Millionen Euro Lösegeld Nachdruck verleihen, wie ein Polizeisprecher heute mitteilte.

Polizisten konnten das Kind am Mittwochabend aus der Hand seiner Geiselnehmer befreien und vier Tatverdächtige festnehmen. Gegen drei der Männer sollte noch heute Haftbefehl beantragt werden.

Die 57-jährige Großmutter des Kindes hatte am Vormittag zwei angeblichen Paketboten die Tür zur Wohnung der Unternehmerfamilie im Stadtteil Lindenthal geöffnet. Die Täter überwältigten die Frau und nahmen den Jungen sowie dessen Spielsachen mit. Eine Stunde später meldete sich einer der Täter telefonisch beim Vater und forderte das Lösegeld.

Im Tagesverlauf wurden bei weiteren Kontakten die Modalitäten der Lösegeldübergabe besprochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei bereits mehrere Personen im Raum Troisdorf im Verdacht. Gegen 20.00 Uhr konnten Spezialkräfte einen der mutmaßlichen Täter im Rhein-Sieg-Kreis festnehmen. Der Mann war mit dem Kind in einem Taxi unterwegs. Die beiden anderen Tatverdächtigen wurden eine Stunde später bei einer fingieren Lösegeldübergabe gefasst. Eine weiterer Mann wurde bei einer anschließenden Hausdurchsuchung in Leverkusen vorläufig festgenommen.

Bei der Polizei gaben zwei Tatverdächtige an, die Entführung seit zwei Monaten geplant zu haben. Bei der Lektüre von Wirtschaftsmagazinen sei man auf die Kölner Unternehmerfamilie gestoßen. Anschließend habe man die genauen Lebensumstände der Familie beobachtet und die Entführung im Detail geplant. Die Familie des Opfers ist an einem Sicherheits- und Geldtransportunternehmen beteiligt, das in Deutschland zu den Marktführern gerechnet wird.

Das Motiv der Beschuldigten liege in deren jeweiligen Lebenssituation, erklärte der Polizeisprecher. Die Männer seien arbeitslos und überschuldet. Zwei von ihnen sind Brüder im Alter von 32 und 42 Jahren. Während der Tat hätten sie unter Drogen gestanden. Persönliche Beziehungen zwischen der Opferfamilie und den Verdächtigen gab es offenbar nicht.

30.03.2006 Sab


Ein zwölf Stunden langer Albtraum
Offene Fragen nach dem glücklichen Ende einer Kindesentführung

Köln (ddp). Der Albtraum einer Kölner Unternehmerfamilie hat am Mittwochabend auf einem Parkplatz in Troisdorf ein glückliches Ende genommen. Hier befreiten Polizei-Spezialkräfte den zweieinhalbjährigen Sohn der Familie unversehrt aus den Händen seiner Entführer. Über zwölf Stunden hatten die Eltern um das Leben ihres Kindes gebangt. Seit Donnerstag versucht eine Sonderkommission der Kölner Polizei, die Hintergründe des Falls aufzuklären. Obwohl die mutmaßlichen Haupttäter gefasst sind, bleiben viele Fragen offen.

Nur der eigentliche Ablauf der Tat scheint festzustehen: Am Mittwoch verschaffen sich kurz nach 9.00 Uhr zwei vermummte Täter Zutritt zu der Wohnung der Familie im Kölner Stadtteil Lindenthal. Die Männer, die sich als Paketboten ausgeben, haben keine Mühe, die 57-jährige Großmutter zu überwältigen und den Jungen mit sich zu nehmen.

1,5 Millionen Lösegeld gefordert
Eine Stunde nach der Entführung melden sich die Täter erstmals beim Vater des Entführten und fordern 1,5 Millionen Euro Lösegeld. Als die Mutter des Kindes von der Tat erfährt, erleidet sie einen Nervenzusammenbruch. Sofort verhängt die Kölner Polizei eine Nachrichtensperre. Im Laufe des Tages wenden sich die Täter wiederholt an den Vater, um Einzelheiten der Lösegeldübergabe zu besprechen.

Im Polizeipräsidium Köln wächst derweil die Sorge um das entführte Kind. «Die Täter wirkten sehr entschlossen. Natürlich gingen wir von einer beträchtlichen Bedrohung für das Kind aus», betont Einsatzleiter Michael Temme. Befürchtungen, die Täter hätten den Jungen mit Medikamenten ruhig gestellt, bestätigt sich später aber nicht.

Zu diesem Zeitpunkt sind die Entführer bereits in das Visier der Ermittler geraten. Als einer von ihnen in einem Taxi mit dem Jungen auf den Troisdorfer Parkplatz fährt, wird er schon von der Polizei in Empfang genommen. Kurz darauf können die Eltern ihre Sohn wohlbehalten in die Arme schließen. «Das Kind sei übermüdet, aber gesund», berichtet Kölns Polizeipräsident Klaus Steffenhagen kurz vor Mitternacht. Inzwischen sind auch zwei weitere mutmaßliche Haupttäter in Polizeigewahrsam genommen worden. Sie wurden bei einer fingierten Lösegeldübergabe in Troisdorf gefasst.

Keine konkreten Ermittlungsdetails
Wie die rund 20 Beamten im Polizei-Krisenstab den mutmaßlichen Tätern so schnell auf die Spur gekommen sind, wollte Einsatzleiter Michael Temme heute nicht verraten: «Nehmen sie es einfach als ein Stück guter Polizeiarbeit.»

Inzwischen scheint aber festzustehen, dass den Tatverdächtigen ihre Handys zum Verhängnis geworden sind. Anhand der Funkzellen, die die Männer mit ihren Mobiltelefonen nutzten, konnte offenbar ein genaues Bewegungsprofil erstellt werden. Am Ende seien die Beamten den Tätern stets einen Schritt voraus gewesen, hieß es.

Wie die betroffene Familie in das Visier der Täter gekommen ist, ist hingegen noch völlig unklar. Sie ist an einem Kölner Geldtransport- und Sicherheitsunternehmen beteiligt, das in Deutschland zu den Branchenführern zählt. Trotz eines relativen Wohlstands leben die Opfer unauffällig und nehmen auch nicht am gesellschaftlichen Leben teil.

Die Polizei überprüft derweil Hinweise, dass die Entführer frühere Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens sind oder aus dem Umfeld der Firma einen Tipp bekommen haben.

30.03.2006 Sab

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Deux individus ont frappé à la porte d'un employé d'une grande agence de transfert de fonds, prétextant apporter un paquet. Ils ont bousculé la grand maman de 57 ans qui leur a ouvert, ont saisi l'enfant âgé de deux ans et demi et l'ont emporté avec quelques-uns de ses jouets.
Un peu plus tard, l'un des malfaiteurs téléphonait pour au père de l'enfant réclamer une rançon
d'un million et demi d'Euros, mettant la pression en menaçant de tuer l'enfant. Lors des tractations pour la remise de l'argent, la police est parvenue, grâce aux téléphones mobiles, à localiser les individus, quelque peu dispersés: L'un d'eux se trouvait dans un taxi avec l'enfant,deux autres à l'endroit où il avait été convenu de déposer l'argent et un quatrième à Leverkusen.
Deux des individus ont avoué à la police avoir planifié de longue date cet enlèvement, étant sans emploi et criblés de dettes. Ils ont minutieusement espionné les habitudes de la famille du convoyeur de fonds.

L'enfant est très fatigué mais en bonne santé, il ne semble pas avoir été maltraité.

Trad. résumée de FREDI