Dernière mise à jour : 06/07/2005

 

Mutter wegen Tötung ihres Neugeborenen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt / Une mère condamnée pour le meurtre de son nouveau-né

 

 

Halle (ddp). Schluchzend sieht sie auf den Boden. Vom Richter nach ihren letzten Worten befragt, sagt Steffi N. leise, dass es ihr sehr Leid tue, was geschehen sei. Wegen der Tötung ihrer neugeborenen Tochter durch Unterlassen wurde die 26-Jährige vom Landgericht Halle zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Kammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gingen von einer minderschweren Tat im Zusammenhang mit einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Zudem habe das Gericht der aus dem Saalkreis stammenden Frau zugute gehalten, dass sie in vollem Umfang geständig war und das Kind nicht leiden musste vor seinem Tod, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Braun. Nach Auffassung der Schwurgerichtskammer hat Steffi N. den Tod des Neugeborenen nicht vorsätzlich herbeigeführt. Vielmehr sei sie an jenem 9. Dezember 2004 von der Geburt überrascht worden und letztlich auch überfordert gewesen.

Ein Gutachten hatte bei Steffi N. eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit auf Grund einer Minderbegabung festgestellt. Ihr Intelligenzquotient liege bei 54. «Sie konnte Recht von Unrecht nicht unterscheiden», sagte ihr Verteidiger Patrick Tauscher.

Nach einer ersten ungewollten Schwangerschaft 2003, bei der ein gesundes Mädchen geboren und zur Adoption frei gegeben wurde, habe sich die 26-Jährige diesmal aus Scham nicht wieder ihrer Mutter anvertrauen wollen, schilderte Richter Braun die Vorgeschichte der Tat. Erst im sechsten Monat habe sie von ihrer erneuten Schwangerschaft etwas bemerkt. Der Vater, eine flüchtige sexuelle Bekanntschaft, war da schon nicht mehr an ihrer Seite. Mit weiter Kleidung täuschte die Frau ihre Eltern und die Arbeitskollegen.

Nachdem sie am Tatmorgen an der Arbeitsstelle von starken´Bauchschmerzen geplagt wurde, wollte Steffi N. mit dem Bus vom Hauptbahnhof in Halle nach Hause fahren. Im Bahnhof suchte sie die öffentliche Toilette auf. Erst dort erkannte sie, dass ihr zweites Baby auf die Welt kommen würde. In knapp einer halben Stunde entband sie eine gesunde Tochter in das Toilettenbecken. Nach Ansicht der Kammer hörte Steffi N. ihr Baby schreien und sah, dass es sich bewegte.

Eine Obduktion ergab, dass das Kind wenige Minuten nach seiner Geburt ertrank. Steffi N. hatte das Kind zurückgelassen, war nach Hause gefahren. Bei ihrem Geständnis während des Prozesses hatte sie gesagt, dass sie nicht begreifen konnte, was sie gemacht hatte.

06.07.2005 Ster, aus E110.de

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Une jeune femme de 26 ans, au quotient intellectuel très bas, n'a pas osé annoncer sa seconde grossesse non désirée. Elle a accouché dans les toilettes publiques d'un BB en bonne santé, mais elle l'a abandonné là, le laissant se noyer. Son premier enfant avait été donné pour une adoption consentie.

A cause de son intellect limité, elle n'a été que partiellement reconnue coupable de ses actes et condamnée à trois ans et demi de privation de liberté.

Trad. de FREDI