Dernière mise à jour : 30/10/2005

 

Le manager d'un vaste réseau d'échange de pornographie représentant des enfants ira en prison / «Marcy» muss hinter Gitter

 


Manager eines weltweiten Kinderpornografie-Tauschzirkels verurteilt

Magdeburg (ddp-lsa). Zwei Jahre nach einer internationalen Polizeioperation ist ein Manager eines weltweiten Tauschzirkels für kinderpornografisches Material zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der 29-jährige Mann aus Schartau bei Burg muss wegen des Besitzes und der «bandenmäßigen Zugänglichmachung» von Kinderpornografie für drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Wie die 1. Strafkammer des Landgerichtes Magdeburg beschloss, wird Marcel K. im Maßregelvollzug einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. Die Verteidigung kündigte Revision an, die Staatsanwaltschaft hält die Strafe für angemessen.

Der Mann habe in neun Fällen kinderpornografische Bilddateien öffentlich zugänglich gemacht, sagte die Vorsitzende Richterin Claudia Methling. Er habe als Mitglied einer Bande gehandelt, zu der die einzelnen Mitglieder seiner so genannten Communitie im Internet gehörten.

Erheblich geminderte Steuerungsfähigkeit
Marcel K. habe seit Mitte der 90-er Jahre homosexuelle pädophilie Phantasien, sagte die Richterin. Er habe sich zu Jungen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren hingezogen gefühlt. Am Computer habe er seine Phantasien ungestört ausleben können. Der Gutachter bescheinigt Marcel K. eine ängstliche Persönlichkeitsstörung und erheblich geminderte Steuerungsfähigkeit.

Der Gutachter sei von einer Wiederholungsgefahr ausgegangen, sagte die Richterin. Er gehe davon aus, dass bei Marcel K. eine Therapie möglich sei, so dass er sich sexuell künftig nicht mehr Kindern, sondern Erwachsenen zuwende. Die Herkunft seiner Störung ist laut Gutachter nicht klar. Möglicherweise habe sie mit einer tiefgreifende Kränkung in der Kindheit und der Trennung von den Eltern zu tun. Der 29-Jährige war bei seinen Großeltern aufgewachsen.

Forderung nach Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt
Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und vier Monate Haft sowie die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt wegen bandenmäßigen Vorgehens gefordert. Die Verteidigung verlangte dagegen Freispruch.

Oberstaatsanwalt Peter Vogt, der die Zentralstelle zur Bekämpfung von Kinderpornografie in Sachsen-Anhalt leitet, sagte, ab heute wisse jeder, der sich des Verbreitens von Kinderpornografie über das Internet strafbar mache, dass der Strafrahmen größer geworden sei.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt hatten im September 2003 bei einem weltweit angelegten Einsatz kinderpornografische Zirkel im Internet gesprengt. Ursprung der ein Jahr andauernden Ermittlungen war ein Verfahren gegen den 29-Jährigen. Unter dem Namen «Marcy» hat er zunächst kinderpornografische Bilder bezogen. Später gründete er selbst ein Internetforum gegründet und entschied als Manager über Inhalt und Zutritt für Außenstehende.

30.10.2005 Sab, E110.de